Die Geschichte MS Windows

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am 20. November 1985 erschien mit Microsoft Windows 1.0
die erste Version der Erweiterung des Betriebssystems MS-DOS mit einer grafischen Benutzeroberfläche, die sich an den natürlichen Seh- und Arbeitsgewohnheiten des Menschen orientierte. Bill Gates kommentierte damals das neue Betriebssystem so: „Windows 1.0 ist eine einzigartige Software für anspruchsvolle Nutzer, die mit dem PC ihre Produktivität steigern möchten.“ Mussten Anwender zuvor komplizierte MS-DOS-Befehle in Form von C:\ eingeben, so stand ihnen nun eine Maus zur Verfügung. Damit konnten sie sich intuitiv durch die Anwendungen klicken. Zum Lieferumfang des Produkts gehörten neben einer Textverarbeitung – Windows Write – und einem Zeichenprogramm – Windows Paint – eine Reihe von Desktopanwendungen wie ein MS-DOS-Dateiverwaltungsprogramm, ein Kalender, ein Karteikasten, ein Notizblock, ein Rechner sowie eine Uhr, die den Anwender bei seinen täglichen Aufgaben unterstützten. Zudem ermöglichte Windows 1.0 den Benutzern, zwischen mehreren Programmen zu wechseln – ohne dass die einzelnen Anwendungen beendet und neu gestartet werden mussten. Das deutsche Computer-Magazin Chip beurteilte 1986 die zahlreichen „angepassten Programme (Applikationen)“ als großen Vorteil der Software – und sah Verbesserungspotenzial in der Performance.
Windows 3.0 veröffentlicht am 22. Mai 1990,
unterschied es sich im Vergleich zu den Vorversionen hauptsächlich in der Grafik: So wurde die neue Benutzeroberfläche dem Vorbild des Apple Macintosh ähnlich und verfügte über zahlreiche “3D”-Schaltflächen. Der Programm- und Dateimanager fand Einzug und ersetzte die bisher als Dateiverwaltung eingesetzte “MS-DOS Executive”. Da die Version mit unterschiedlichen Startmodi ausgestattet war konnte das Betriebssystem auf einer Vielzahl von Rechnern eingesetzt werden und für alle unterstützten Prozessoren angepasst werden. Eine weitere Neuerung war die Windows Registrierungsdatenbank (Registry), die Verwendung beschränkte sich jedoch nur auf Dateinamenerweiterung und einige Windows-Einstellungen. Programmeinstellungen und umfassende Konfigurationen waren nur über Initialisierungs-Dateien (ini-Files) möglich. Die Dateien ließen sich mit einem Texteditor öffnen und verändern. Ein Highlight, die Programmkonfiguration unter Windows 3.0 konnte z.B. mit einer Diskette auf andere Rechner übertragen werden. Das Betriebssystem war erstmals in der Lage, Soundkarten anzusteuern. So waren beispielsweise die Medienwiedergabe (Abspielen von Wave- und MIDI-Dateien), ein Sound Recorder, ein CD-Player und eine erweiterte Uhr, die zu programmierten Zeitpunkten Signale abspielen konnte, hinzugekommen.
Windows for Workgroups 3.1
bot als erstes Microsoft-Betriebssystem die Möglichkeit, standardmäßig zwischen Windows-Computern in einem Peer-to-Peer-Netzwerk (P2P) zu arbeiten. Hierfür kamen das netzwerkbasierte Mailprogramm Microsoft Mail sowie das durch mehrere Anwender nutzbare Kalenderprogramm Schedule+ zum Einsatz. Windows for Workgroups 3.1 kam im Oktober 1992 auf den Markt und unterstützte als letzte Plattform noch den Prozessor Intel 80286 (286er).
Im November 1993 folgte mit Windows for Workgroups 3.11 die erweiterte Fassung des Betriebssystems. Es enthielt eine verbesserte 32-Bit-Netzwerksoftware. Mit einem Update konnte das TCP/IP-Protokoll installiert werden, das erstmals die Kommunikation mehrerer PCs in einem lokalen Netzwerk erlaubte. Durch die so genannten Winsocks (eine Funktionssammlung) konnte der Nutzer über ein Standardmodem mit Bitrates zwischen 4,8 und 19,2 kBit/s nun auch auf das Internet zugreifen. Zu den letzten Browsern für Windows for Workgroups 3.11 gehörten Internet Explorer 5.0 (Deutsch), Internet Explorer 5.01 (Englisch), Opera 3.62 (Englisch) sowie Netscape Navigator 4.08. Voraussetzung für die Installation des Betriebssystems war nun ein 386SX/DX-Prozessor.
Windows 95 ist am 15. August 1995 erschienen.
Die Software beruhte weiterhin auf MS-DOS, wies aber eine verbesserte Benutzeroberfläche auf. Knapp ein halbes Jahr vor dem Marktstart wurde an ausgesuchte Personen eine Beta-Testversion, unter dem Codenamen “Chicago”, verteilt. Beim Betriebssystem feierte die eigens von Brian Eno komponierte Startmelodie Premiere. Insbesondere das Windows-Startmenü und die Taskleiste am unteren Rand des Bildschirms gehörten zu den wichtigsten grafischen Neuerungen. Über den “Start”-Knopf ließen sich z.B. zuletzt benutze Dokumente aufrufen, Einstellungen ändern, Hilfe aufrufen und der Computer ausschalten. Der alte Programm-Manager aus Windows 3.0 wurde ersetzt durch den so genannten Desktop. Ebenso löste der neue Explorer den damals bekannten Datei-Manager. Somit war nun eine wesentlich einfachere Datei-Verwaltung möglich. Neu für Windows waren auch die Kontextmenüs: Der Nutzer konnte so praktisch alles mit der rechten Maustaste anklicken, um zu sehen, welche Aktionen man auf dem jeweiligen Objekt durchführen konnte. Das erweiterte Multitasking erlaubte es zudem erstmals, mehrere Programme parallel laufen zu lassen. Durch die Dateisystem-Erweiterung VFAT durften die Dateinamen nun auch mehr als acht Zeichen besitzen: Inklusive Pfadname sind unter Windows 95 255 Zeichen erlaubt. Mit dem virtuellen Gerätetreiber “cdfs.vxd” können unter dem Betriebssystem außerdem Musik-CDs wie ein gewöhnlicher Windows-Ordner geöffnet werden. Im Vergleich zu den Vorversionen konnte Windows 95 sehr schnell die breite Masse von Benutzern erreichen und boomte mächtig.
Mit dem im Juli 1996 veröffentlichten Betriebssystem Windows NT 4.0 Workstation
wurde in erster Linie die Stabilität erhöht und man trennte die Anwender in “Home-User” die weiterhin mit Win 95 arbeiteten und die professionellen Anwender. So sollte sich zum Beispiel eine abstürzende Anwendung nicht mehr das gesamte System auswirken können. Durch die zweite Version des NTFS-Dateisystems unterstützte die neue Software nun auch Kompression und Zugriffsberechtigungen von Daten. Hinzu kamen außerdem die Multimedia-Schnittstelle DirectX sowie der Internet Explorer bis Version 6 (Service Pack 1).
Windows 98 (Codename Memphis) ist am 25. Juni 1998
als zusätzliche Weiterentwicklung von Windows 95 erschienen. Eine Großveranstaltung für Microsoft Partner fand unter dem Motto “von Chicago nach Memphis” statt und Bill Gates hatte seinen legendären Plug and Play Auftritt. Ich behaupte noch immer, das war genauso gewollt und alles andere als ein blamabler Zufall.
Aber auch die Spötter hatten ihren Spaß und der Spottbegriff “Plug and Prey” war schnell geboren. Zu den wichtigsten Neuerungen gehörte der durchgängige 32-Bit-Betrieb sowie eine verbesserte USB-Unterstützung, weshalb sich die meisten Hardwaretreiber erst ab Windows 98 installieren ließen. Außerdem kam der optimierte Windows Explorer hinzu, über den eine bessere Bedienung möglich war. UNC-Pfade über die Netzwerkrechner über die Adresszeile angesteuert werden konnten, waren eine weitere Neuerung. Mit Hilfe externer Taskmanager konnte der Nutzer unter Windows 98 darüber hinaus bestimmten Prozessen Prioritäten zuweisen, wodurch sich die Systemstabilität erhöhen ließ. Bis zum Erscheinen der SE-Ausgabe (Second Edition) ist vielfach kritisiert worden, dass Windows zu wenig weiterentwickelt wurde und hauptsächlich aus Marketinggründen auf den Markt kam. Windows 98 SE kam am 7. April 1999 (deutsche Version am 10. Juni 1999) auf den Markt. Die aktualisierte Version enthielt neben einer weiter verbesserten USB-Unterstützung wesentliche Erweiterungen in der Netzwerkunterstützung: So ermöglichte zum Beispiel die Internetverbindungsfreigabe (ICS) die gemeinsame Nutzung einer einzigen Leitung durch mehrere Rechner. Zusätzliche Funktionen der Second Edition waren unter anderem Direct X 6.1, Internet Explorer 5.0 sowie Windows Media Player 6.1. Diese entscheidenden Verbesserungen machten die SE-Ausgabe zu einem Verkaufsschlager.
Windows 2000 weiterentwickelt auf Basis von Windows NT 4.0
kam nach 3 Beta-Versionen am 17. Februar 2000 auf den Markt. Das Betriebssystem vereinte die Vorzüge seiner beiden vorangegangenen Versionen (98SE & NT) und wurde wegen des hohen Einführungspreises von rund 800 DM zunächst überwiegend in Unternehmen eingesetzt. Nach einer Preissenkung fand die Software schließlich auch im Privatbereich zunehmend Beachtung. Die Plattform zeichnete sich insbesondere durch ihre hohe Stabilität aus. Zudem sorgten beispielsweise die mehrmals optimierte USB-Unterstützung, DirectX sowie diverse Multimediatreiber für eine hohe Kompatibilität mit Geräten und Anwendungen. Windows 2000 unterstützte außerdem Programme, die für ältere Windows-Versionen programmiert wurden. Weitere Neuheiten waren die Gruppenrichtlinien zur einfacheren Verwaltung von Computern im Netzwerk sowie die Defragmentierung von Datenträgern. Durch die Active Directory wurde darüber hinaus die zentrale Ressourcen-, Benutzer- und Gruppenverwaltung im Netzwerk verbessert.
Die Millennium Edition kam im September 2000
als Nachfolger von Windows 98 SE auf den Markt und war meiner Meinung nach der einzige Flop in der Reihe der Windows Versionen. Windows Me übernahm hauptsächlich stabilere Treiber für die Hardwaredatenbank zur Unterstützung neuer Gerätekomponenten. Darüber hinaus wurden die Bedienung optimiert und Multimedia-Erweiterungen vorgenommen. So verfügte das Betriebssystem beispielsweise über eine verbesserte Version des Windows Media Players (7.0). Zudem ermöglichte ein Hilfsprogramm die Systemwiederherstellung an einem automatischen oder vom Benutzer gesetzten Punkt. Die ”System File Protection” (SFP) verhinderte unter Windows Me das Löschen wichtiger Systemdateien, wodurch die Sicherheit der Plattform erhöht wurde. Ein großer Nachteil daran war, dass auf diese Weise auch virusinfizierte Systemdateien nur schwer gelöscht werden konnten. Erstmals haben die Entwickler das Programm “Komprimierte Ordner” hinzugefügt, um ZIP-Archive ohne zusätzliche Programme zu unterstützen. In der ursprünglichen Version galt Windows Me allerdings noch als störanfällig und absturzgefährdet. Diese Probleme sind erst mit entsprechenden Updates behoben worden. Optisch wurde das Betriebssystem an Windows 2000 angepasst, basierte allerdings weiter auf MS-DOS in der achten Version.
Windows XP (Codename Whistler) erschien am 25. Oktober 2001
und vereinte erstmals die großen Produktschienen “Privat” und “Unternehmen”. Insbesondere die erneuerte Benutzerführung mit der “Luna”-Oberfläche sowie die Integration von Multimedia und Internet gehörten zu den größten Veränderungen an der Plattform. Neu war außerdem die Produktaktivierung, die die Verwendung von Raubkopien verhindern sollte. Viele Nutzer und Medien warfen Microsoft daraufhin Datenmissbrauch vor. Im Vergleich zu Windows 2000 verfügte Windows XP nun auch über die Windows Firewall zum Schutz gegen Hacker-Angriffe. Darüber hinaus kamen die Fernwartung über Terminal Services (Remote Desktop Control) sowie die Brennfunktion des Windows Explorers hinzu. Erstmals konnten sich nun auch mehrere Nutzer gleichzeitig auf dem Rechner anmelden, ohne sich vorher abmelden zu müssen. Darüber hinaus wurden Musikdateien unter der XP-Plattform besser unterstützt. Auf diese Weise konnten ID3-Tags von MP3-Dateien im Explorer angezeigt und über das Eigenschaften-Menü direkt bearbeitet werden. Windows XP gab es in den Varianten Home Edition, Professional Edition und Media Center Edition, um verschiedenen Nutzungsbereiche abzudecken. Der enorme Erfolg von Windows xp legte die Latte, an der sich alle folgenden Versionen messen müssen, sehr hoch.
Als Nachfolger von Windows XP kam am 30. Januar 2007 Windows Vista,
für Privatanwender(Unternehmen und Entwickler hatten bereits im Nov. das zweifelhafte Vergnügen) auf den Markt. Das Betriebssystem wurde in den Varianten Starter, Home Basic, Home Premium, Business, Enterprise und Ultimate angeboten. Zu den optischen Veränderungen gehörte die grafische Benutzerschnittstelle mit den Modi Aero Basic und Aero Glass. So gehören im zweiten Modus beispielsweise die Schattierung von Anwendungsfenstern oder halbtransparente Rahmen zur Oberfläche (ausgenommen Starter & Home Basic). Erneuert wurde zudem die Suchfunktion, bei der Ergebnisse nun sofort angezeigt und gefiltert werden können. Eine verbesserte Benutzerkontensteuerung sollte das Arbeiten ohne Administrator-Rechte erleichtern und für eine höhere Sicherheit sorgen. Auf dem Desktop können unter Vista in einer Sidebar Minianwendungen eingebunden werden, die beispielsweise Informationen über Nachrichten, das Wetter oder die Systemauslastung anzeigen. Das Betriebssystem wurde in einer 32-Bit- und einer 64-Bit-Version angeboten. Allerdings konnte Windows Vista erst mit 64-Bit mehr als 4 GByte Arbeitsspeicher nutzen. Die Systemanforderungen waren sehr hoch. Dies kritisierte insbesondere Greenpeace, da viele Nutzer aktuellere Hardware kaufen mussten und es so zu einem Anstieg des Elektroschrotts kam. Ich persönlich hatte nie wirklich grobe Probleme mit Windows Vista, jedoch kann und konnte ich den Ärger vieler Benutzer auch verstehen, darum war der mangelnde Erfolg für mich kein Wunder.
Ursprünglich wurde Windows 7 (Codename Blackcomb)
bereits im Jahr 2003 angekündigt und sollte Windows XP ablösen. Knapp ein Jahr später entschied sich Microsoft jedoch, zwischen den beiden Systemen eine weitere Version von Windows zu veröffentlichen, die später unter dem Namen Vista angeboten wurde. Windows 7 wird seit dem 22. Oktober 2009 verkauft. Die aktuelle Plattform benötigt weniger Systemleistung und soll stabiler als der Vorgänger laufen. Hinzu kam beispielsweise ein Fehleraufzeichnungsprogramm (psr.exe), das nach dem Starten laut Microsoft alle Mausklicks sowie für Supporter relevante Informationen protokolliert. Das Bedienkonzept wurde ebenfalls komplett überarbeitet. So kann der Nutzer das Betriebssystem mit der Multitouch – Technologie sowie einem Touchscreen durch einfache Berührungen steuern. Maus und Tastatur sind hierfür nicht mehr notwendig. Vor der Veröffentlichung hat ein weltweiter Betatest mit rund acht Millionen Nutzern stattgefunden. Deshalb verspricht Microsoft ein stabiles und ausgereiftes System mit nur sehr wenigen Fehlern, dem kann ich nach Monaten des Testens nur zustimmen.
Was kommt? Vermutlich noch 2012 soll Windows 8 erscheinen, kennt man Microsofts Aberglauben (Office 2007=intern Office12 / Office 2010 intern=Office14), wird man dieser Aussage auch glauben, denn 2014 wäre zu spät!
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