Der Microsoft Messenger kostenpflichtig?
Vor zwei Tagen erreichte mich eine Mail, in der ein Mitglied des Forums Office 2007 mich fragte, ob ich schon einmal etwas von online – downloaden . de gehört hätte. Eine Kundin hätte da einen pdf-creator, der Freeware ist heruntergeladen und solle nun 84 € dafür zahlen. Ich kannte die Seite nicht, denn ich benutze bei Freeware-Programmen die Seite des Herstellers, aber ich schaute mir die Seite daraufhin mal genauer an.
Es stimmt, das Programm kostet nichts, aber der sog. Service dieser Seite kostet. Es handelt sich um eine in Deutschland bekannte Abzockseite, leider nicht die einzige.

Vorsicht!! Abzockseite
Heute morgen fielen wir dann selber aus allen Wolken, als wir im eigenen Magazin auf eine böse Abszocke stießen. Schuld war die von uns geschaltete Google Werbung. Die Betreiber dieser Abzockseiten kaufen Google-Anzeigen und versprechen wie in diesem Fall ein sicheres Laden des Windows Live Messenger. Klickt man auf diese Anzeige, landet man aber nicht auf der Windows Live Seite, da wäre der Download sicher, sonndern auf der o.g. Abzockseite download – online . de , wenn auch zunächst auf einer Seite die durch einen Screenshot der original Microsoft-Seite Seriosität vorgaukelt.

Auffällig, es ist ein alter Screenshot, versprochen war der Live Messenger 2009, hier geht es zum Live Messenger 8.5
Am oberen Rand weist aber schon die Navigation darauf hin, dass das wohl eine andere Seite ist. Auch in der Adressleiste weist die URL noch nicht auf online downloaden hin. Klickt man nun auf den Link, erscheint das Anmeldeportal von online downloaden, denn ohne Anmeldung kein Download. Was nicht so versierte User übersehen ist der gar nicht mal so kleine Hinweis, dass diese Mitgliedschaft, die man mit der Anmeldung beantragt, kostenpflichtig ist.
Es ist wie mit den Kaffeefahrten, jeder weiß es und doch fallen jeden Tag viele darauf herein. Es gibt ein Widerrufsrecht in Deutschland, gerade für Online-Dienste. Der Betreiber der Seite weist auch über einen Link auf dieses Recht hin:
Hier zur Sicherheit der Original-Text der Seite:
WICHTIGE HINWEISE
Das Widerrufsrecht des Nutzers bezüglich der Dienstleistung entfällt vorzeitig, wenn die Online-Downloaden-Service Limited Company mit der Ausführung der bestellten Dienstleistung (Hier: Bereitstellung des Downloadportals) mit der ausdrücklichen Zustimmung des Nutzers begonnen hat, oder wenn der Nutzer die Ausführung selbst veranlasst hat (Beispielsweise durch Nutzung des nach der Anmeldung zugesandten Aktivierungslinks).
Also reicht es schon den Aktivierungslink der Mail anzuklicken, um auf sein rechtlich verbrieftes Widerrufsrecht zu verzichten, oder versteh ich die Firma falsch? Das kann nicht sein. Das Landgericht in Mannheim scheint es so wie ich zu sehen und kam zu folgendem Urteil:
LG Mannheim: Auf Widerrufsrecht kann nicht verzichtet werden / vzbv gegen Content Service Ltd.
Was können Surfer gegen diese Abzockseiten tun?
- Zunächst einmal keine Download-Portale in Anspruch nehmen, wo vor dem Download die kompletten persönlichen Daten eingefordert werden.
- Vor dem Klicken lesen!!!!
- Am Besten immer die Herstellerseite für den Download besuchen.
- Freunde, Verwandte und vor allem die eigenen Kinder (hausaufgaben.de) vor diesen Seiten warnen
- Die URL in einer Abzocker-Datenbank überprüfen
- Für den Internet Explorer und auch für den Firefox gibt es ein Plugin, dass die nicht so versierten User vor Abzock-Seiten warnt. Aber vorsicht, es kommen täglich neue Seiten hinzu und nicht jede Seite ist schon in den Datenbanken enthalten.
- Haben Sie eine Rechnung von einer dieser Abzockseiten erhalten, wenden Sie sich an ihre örtliche Verbraucherzentrale
Was können Webseitenbetreiber tun, die die Google-Werbung einsetzen?
Google bietet die Möglichkeit Konkurenzseiten zu blockieren. Da ein Webseitenbetreiber die Anzeigen aus rechtlichen Gründen nicht selber anklicken darf, sollte er die URL solcher verdächtigen Anzeigen mit der rechten Maustaste anklicken und die Verknüpfung kopieren und in Texteditor einfügen. Hier ist dann am Ende der sehr langen URL die Ziel-Url zu sehen, die dann im Adsense-Konto beim Adsense-Setup herausgefiltert und blockiert werden kann.
Das ist ein wenig Arbeit, aber wer auf die von Google gelieferten Anzeigen nur ein bißchen achtet, wird sicher bald fündig. Ich mache es für meine Seiten so, kann natürlich nicht dafür garantieren, dass es doch immer mal wieder, so wie heute, eine solche Abzock-Anzeige gibt, da diese Seiten unendlich viele weitere Domains angemeldet haben. Wir hier beim Magazin achten aber auf solche Anzeigen und versuchen zumindest sie “auszurotten”.
Was können seriöse Software-Hersteller wie Microsoft tun?
Da diese Firmen grundsätzlich direkt zum Download des Herstellers verlinken, sollte es den Herstellern möglich sein, gegen diese Praxis anzugehen und Schadenersatz für den geschädigten Ruf verlangen. Wenn die Kosten für die Abzocker höher als der Nutzen werden, dann dürften solche Geschäftspraktiken ebenfalls eingedämmt werden.
Author: Ursula Eilers







