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Märchenstunde bei Twitter und Co

13. Oktober 2009

Ich habe das Vögelchen, das sich auch Twitter nennt, abgeschaltet. Wenn ich Märchen lesen möchte, dann nehm ich mir die große Sammlung der deutschen Märchen und kuschel mich in meine Couchecke. Aber im WWW möchte ich außer beim Gutenberg Projekt (sehr empfehlenswert) keine Märchen lesen. Da suche ich gut recherchierte Informationen und nicht das, was sich zur Zeit in der deutschen Medienwelt (Blogs, Zeitungen, usw.) abspielt. Es wird schlecht oder gar nicht übersetzt, es wird verglichen, es ist nur nicht klar mit was, es wird von Dingen geträumt (Albträume?), die es noch gar nicht gibt. Und es wird alles übernommen, was man so an negativem zu Windows 7 und Office 2010 lesen kann, ohne es zu hinterfragen.

Ich gehöre zu den Menschen, die Informationen nur dann übernehmen, wenn ich es auch selber recherchiert habe. Und ich werde nicht über etwas schreiben, wovon ich keine Ahnung habe, da halte ich es mit Dieter Nuhr. Linux- und Mac-Artikel sind für mich genauso tabu, wie Artikel über Grafikprogramme oder MP3-Player.

Und jetzt wird mir bei einer Zeitung, die als seriös gilt, eine Artikel über Bellende Hunde in der EU vorgesetzt, bei dem sich mir die Nackenhaare sträuben und wenn ich recherchiere, wer hinter diesem Artikel steckt, dann schreibt das ein Linux-Spezialist, Mirko Dölle. Er verdient an Linux (sein gutes Recht) durch Artikel, Bücher und ähnl. Aber da wird dann zumindest  die geistige Grundhaltung klar und der Artikel ist nicht mehr wirklich ernstzunehmen. Nur schade, dass sich Heise vor diesen Karren spannen lässt.

Der Kölner Stadtanzeiger wartet mit einem Artikel über Windows Live auf. Die Quelle ist angeblich dpa, ein Autor wird nicht erwähnt. Wozu auch? Könnte der Leser dahinter kommen, dass hier auch wieder jemand niccht wirklich weiß, wovon er schreibt? Zumindest im ersten Absatz wird Windows 7 mit Windows irgendwas verglichen, denn bei Vista wurde Windows Live auch nicht mitgeliefert. Könnte es sein, dass es deshalb Windows Live heißt? Im übrigen ist Windows Live mehr als nur ein Email-Programm, und die Frage in der Überschrift des Artikels “Braucht mein Rechner Windows Live?” kann ich klar mit Nein beantworten. Mein Rechner “braucht” ein Betriebssystem, mehr zunächst einmal nicht. Alle anderen Programme, die dann installiert werden, brauche ich, meinem Rechner ist das völlig egal.

Und der Artikel “Das Kleingedruckte von Office 2010 for free!”  von Sabine Dupont verschaffte  dem MS Office Magazin eine neue Kategorie und mir zunächst einmal das Bedürfnis, den Artikel zu kommentieren. Leider wird dieser Kommentar bei STEREOPOLY wohl nie erscheinen, aber das macht gar nichts, ich kann ihn ja hier veröffentlichen. (Edit: Mein Kommentar wurde am 16.10.2009 freigeschaltet, drei Tage nachdem ich ihn geschrieben habe)

Hallo Frau Dupont,
wo bekommt frau die Starter-Edition von Microsoft Office 2010 geschenkt? Ich möchte ihr auch mal “ins Maul” schauen. Woher kommen diese Weisheiten über eine Edition, von der noch niemand (selbst Microsoft in Redmond nicht)weiß, was sie enthält. Office 2010 befindet sich in der 1. Betaphase und es wird sich noch viel ändern.

“Das ist mehr als mickrig und reicht nicht mal für den alltäglichen Gebrauch.”

Haben Sie das ausprobiert? Oder woher wissen Sie das?

“Auf Works kann wohl (fast) jeder verzichten. Die 90-Tage-Vollversion hilft wohl auch niemandem wirklich. Die abgespeckte Version aber sicher auch nicht.”

Works war und ist ein sehr ausgereiftes Office-Paket, das für den Hausgebrauch und sogar für die Steuererklärung völlig ausreicht. Works + Word XX gab es bis Office 2003 auch nur bei neuen PCs, ab 2007 wurden nur noch Testversionen installiert, die dann auch nur sehr umständlich freigeschaltet werden konnten, nämlich nur über den jeweiligen Händler des neuen PCs. Und eine 90-Tage Test-Version? Wo gab oder gibt es die für Microsoft Office? Und wie gesagt, woher wissen Sie, was reduziert bedeutet?

“Wie soll das bitte funktionieren? Tanzen beim Öffnen der Version kleine Microsoft Bären über den Bildschirm und stellen neue Notebooks vor? Oder fragt die Rechtschreibprüfung dann: „Wollen sie das wirklich Schreiben oder lieber ein Glas Cola trinken?”.”

Wenn frau englisch kann, dann empfehle ich das Video aus dem offiziellen Microsoft Office 2010 Blog (http://blogs.technet.com/office2010/archive/2009/10/07/new-ways-to-try-and-buy-microsoft-office-2010.aspx) Vielleicht reichen ja auch die Bilder, um zu sehen, wie das mit der Werbung funktionieren soll.

Dass Microsoft Office 2010 verkaufen und nicht verschenken will, halte ich für legitim, denn vom Verkauf diese Produktes leben nicht nur hunderte von Mitarbeitern in Redmond, die sehr viel Arbeit in Office 2010 gesteckt haben, sondern auch viele andere auch in unserem Land.

Dieser Artikel gehört zu den Dingen, die die Welt nicht braucht. Denn über die eigenen (Alb-)Träume zu schreiben und diese als wahr hinzu stellen ist wohl nicht gerade seriöser Journalismus.

Ursula Eilers”

Meine Bitte an alle die technische Artikel schreiben. Recherchiert, probiert und nehmt nicht jede Quelle ernst. Hinterfragt die Informationen, die ein Vögelchen zwitschert. Und bei Produkten, die nicht einmal die Geburtswehen hinter sich haben, ist immer noch die beste Quelle der Hersteller, in manchen Fällen muss man halt englisch lesen und hören können.

Author: Ursula Eilers

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