Startseite > Cloud-IT, News > Was ist eigentlich Cloud Computing?    

Was ist eigentlich Cloud Computing?

28. September 2009

Der Begriff Cloud Computing geistert seit Monaten durch die Medienwelt. Ich weiß nicht mehr, wann ich diesen Begriff das erste Mal gehört hab. Ich weiß aber noch, was ich damals gedacht habe. Ich dachte nicht an die Wolke 7, auf der sich bekanntlich Verliebte tummeln, ich dachte an “Cloud Number Nine”, auf der einiges “wrong” war. Und auch jetzt, nachdem sich Cloud Computing als Begriff etabliert hat, denke ich an die Wolke in/auf der etwas falsch läuft.

cloud_it

Aber was versteht man unter Cloud Computing eigentlich?

Als Cloud (Wolke) bezeichnet man auch das Internet und das World Wide Web wird auch häufig als Wolke dargestellt, wenn es darum geht, Zusammenhänge in einem Netzwerk deutlich zu machen.

Und Computing? Das dürfte sogar ein Laie verstehen, ich übersetze es als “Arbeiten mit dem Computer”, aber allgemein ist wohl die EDV gemeint.

Also EDV-Wolke? Erinnert ein wenig an eine Sprech- cloud_it-01oder Luftblase. Wenn Sie über eine Suchmaschine nach dem Begriff suchen, finden Sie viele Artikel über Cloud-Computing und die meisten sind für Laien völlig unverständlich. Ich habe selten soviele Schlagworte gelesen, die selbst ich oft nachschlagen musste. Es geht schon mit den Anforderungen an die Wolke los. Da ist von modular, omnipräsent, ubiquitärer Sensorik (kann ich das essen?) und von social computing zu lesen. Wer von Ihnen kann das auf Anhieb übersetzen? Ich glaube, das sind nur wenige.

Ich bin mir nicht sicher, ob Sie oder ich dieses geschraubte Deutsch überhaupt verstehen müssen. Wir alle arbeiten längst in der “Cloud”, wenn wir eine Suchmaschine benutzen, eine Email-Adresse bei einem Provider haben und die Emails nicht auf den Computer laden, wenn wir virtuelle Festplatten im Internet benutzen usw. usw.

Anwendungen in der Wolke

Viele Anbieter haben inzwischen die “Wolke” für sich entdeckt und stellen kostenlos Webspace, Blogs und auch Office Anwendungen zu Verfügung, die aber auch als kostenpflichtige Pakete geordert werden können und dann auch einen größeren Umfang haben.

Im Moment scheint es einen Kampf der Giganten über die Vorherrschaft in der Cloud zu geben. Google legte vor, Microsoft legt nach. Und viele propagieren den Abschied von Software-Lizenzen, weil ja alles kostenlos im Web zu haben ist.

Gegenargumente

Ich selber stehe diesen Aussagen sehr skeptisch gegenüber und zwar aus folgenden Gründen:

  • Nicht überall gibt es zuverlässige und schnelle Internetverbindungen, die zum Arbeiten in der Cloud gebraucht werden.
  • Nicht jeder kennt sich so gut mit dem PC aus, dass er all die Dinge, die er einrichten muss, um mit den Anwendungen arbeiten zu können, ohne  weiteres bewältigt.
  • Die Sicherheit von Daten kann nicht überprüft werden, ich zumindest würde es vorziehen, vertrauliche Daten nicht dem Netz anzuvertrauen.
  • Die Anwendungen im Netz sind ganz sicher nicht so umfangreich, wie die Anwendungen, die lizensiert auf dem eigenen Rechner liegen. Und sie bieten weniger Anwenderkomfort.
  • Eine wirklich Interaktion der Anwendungen untereinander ist (noch) nicht gegeben.
  • Die Zeiten der sog. “dummen Terminals” liegen weit hinter uns und ich wünsche sie mir auch nicht zurück.
  • Internetverbindungen könne sehr leicht für Minuten, Stunden oder Tage ausfallen. Der Arbeitsausfall ginge ins Unermeßliche. Beispiel SAP,  fällt der SAP-Server aus, ist eine Firma  dann plötzlich lahmgelegt.

Diese Liste ließe sich für mich noch eine Weile fortsetzen.

Warum dann Webanwendungen?

Ich nutze die Webanwendungen, allerdings nicht um Dokumente zu erstellen. Ich nutze sie um mit anderen, die nicht dem hauseigenen Netz angeschlossen sind, zusammen zu arbeiten. Im Netz ist Co-Authoring möglich, die Zusammenarbeit im Netz hilft mir Zeit und Emails zu sparen. Die klaren Vorteile im Einzelnen:

  • Zusammenarbeit im Netz, Stichwort Co-Authoring, Korrekturlesen, Projektarbeit
  • Dokumente von jedem PC aus zu erreichen
  • Weniger Emailtraffic, Dokumente müssen nicht ständig hin und her geschickt werden
  • Bilder von der Kamera direkt anderen zu Verfügung stellen
  • Es ist völlig egal, was dem Kollegen für eine PC-Plattform zur Verfügung steht, solange ein Breitbandanschluss besteht
  • Terminabgleich durch Internetkalender
  • Online-Support durch das Zugreifen auf einen andere Desktop
  • Online-Schulungen

Es gibt für mich also eine Fülle denkbaren Einsatzmöglichkeiten.

Fazit

Ich möchte aber davor warnen, zu glauben, dass Cloud-Computing in absehbarer Zeit eine funktionierende Netzstruktur in Unternehmen ablösen kann. Privatandwender, die von den Web-Applikationen erwarten, dass sie damit komplexe Dokumente erstellen können, werden ebenfalls enttäuscht sein. Ob Cloud-Computing wirklich Lizenzen ersetzen wird und ob es wirklich schneller ist, bleibt genauso abzuwarten. Damit es nicht dann doch irgendwann heißt:

Something is wrong up on cloud number nine ;-))

Weiterführende Links:

Author: Ursula Eilers

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.